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Debatte zum „Square Kilometre Array“-Observatorium

Dr. Inge Gräßle

 

Auch die Ampel kann jeden Euro nur einmal ausgeben. Dass sie das noch nicht wirklich verstanden hat, wurde in der Debatte zum „Square Kilometre Array“-Observatorium (SKA) am Donnerstag deutlich. Nach dem Willen der Ampel soll Deutschland dem Übereinkommen von Rom vom 12. März 2019 über die Gründung des „Square Kilometre Array“-Observatoriums (SKAO) beitreten. Allerdings ist schon jetzt klar, dass die ursprünglich eingeplanten Baukosten nicht ausreichen werden. Die Bundesregierung konnte auch keine Antwort auf die Frage liefern, wie viel Deutschland zu den Betriebskosten beitragen wird.

Um keinen Zweifel zu lassen: Das neue Radioobservatorium SKAO sprengt den Rahmen alles bisher gebauten Projekte. Es wird bei seiner Fertigstellung die größte wissenschaftliche Einrichtung der Welt sein und sich über drei Kontinente erstrecken. Insgesamt werden über 130.000 Radioantennen zum Verbund gehören. Wir wollen und müssen auch weiterhin an internationalen Großprojekten beteiligt sein. Wir haben Expertise, die wir einbringen können, gerade auch unsere Unternehmen. Die Vollmitgliedschaft bedeutet, dass unsere Forscherinnen und Forscher bei Forschungszielen und Forschungszeiten mitbestimmen können. In Sachen Datenkommunikation, Datenverarbeitung und -speicherung wird dieses Projekt ein Quantensprung auch im Informationszeitalter sein. Das SKAO ist das weltweit größte zivile Projekt im Bereich „Big Data“ und „Data Analytics“ mit hochkomplexen Algorithmen, künstlicher Intelligenz und den enormen Datenströmen.

Aber wir wollen nicht, dass sich unsere Großprojekte gegenseitig kannibalisieren, weil es am Geld fehlt. Seit praktisch zehn Jahren steht die immer gleiche Frage im Raum: Haben wir ein PR-Projekt, auf dessen Kosten wir hinterher wieder sitzen bleiben, mit einem beträchtlichen Reputationsschaden, oder wird es eine seriöse Geschichte? So viel Unsicherheit hat dieses großartige Projekt nicht verdient. Es wäre ein leichtes gewesen, unsere Bedenken hinsichtlich der Finanzierung durch klare Antworten zu zerstreuen. Leider ließ die Wissenschaftsministerin diese Möglichkeit ungenutzt.

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